Cesare Pavese
* 9. September 1908 in Santo Stefano Belbo;
† 27. August 1950 in Turin
Cesare
Pavese sagte über sich selbst:
"Ich
bin kein Mensch für eine Biographie. Das einzige, was ich einmal
hinterlasse, sind ein paar Bücher, worin alles von mir gesagt
ist..."(*Lajolo, S. 9)
Trotzdem
zu Beginn ein paar Worte über ihn selbst. Pavese ist am 09.
September 1908 in dem Dorf S.Stefano Belbo geboren. Geografisch im
Piemont gelegen, befindet sich sein Geburtsort an der Grenze zwischen
den Provinzen Asti und Cuneo, den bäuerlichsten Gegenden des
Piemont. Dort in der hügeligen Landschaft mit seinenWeinbergen
und Wäldern, verbringt Pavese seine Kindheit. Cesare ist sechs
Jahre alt, da stirbt sein Vater am Gehirntumor, seine Mutter
übernimmt die Verantwortung über die Familie.
Paveses
Biograf Davide Lajolo schreibt über die Mutter:
"Cesares
Mutter gehört zu den Frauen, die mutig, streng und stark sind.
Eine Piemonteserin; sie machte nicht viel Worte, sie hatte gelernt,
tüchtig zu arbeiten, zu sparen, die Kinder kurz am Zügel zu
halten. Ihre Liebe kann sie nur darin zeigen, daß sie für
sie arbeitet."(Lajolo, S.16)
Unter
mütterlicher Strenge wächst Pavese auf. Damals schon spürt
er eine innere Leere und wird schweigsamer. Als ihm eine Brille
verschrieben wird, sei sein Blick hinter der Brille noch scheuer
geworden, heißt es bei Lajolo. In der Schule schweifen seine
Gedanken im in andere Sphären. Zusätzlich zum Zeugnis, wird
den Eltern ein Bemerkungsheft ausgehändigt, in dem regelmäßig
zu lesen ist:
"Euer
Sohn erreicht die Note Genügend, könnte jedoch sehr viel
mehr leisten. Er ist klug, aber zu uninteressiert."(Lajolo, S.27)
Als
ob Pavese irgendwas gesucht hätte, verwandelt sich Pavese durch
die Lektüre von D'Annunzio und entwickelt sich zu einem äußerst
fleißigen Schüler. Im Lyceum „Massimo D'Azeglio“ in
Turin schwärmt er für den piemonteser Dichter Vittorio
Alfieri und gilt unter Freunden als „Büffler“. Obwohl Pavese
unter Asthma leidet, versäumt er keinen Schultag. Im Lyceum wird
er vom Professor Augusto Monti entscheidend gefördert, der ihm
die Klassiker nahebringt und in seinem Unterricht geschickt seine
antifaschistische Überzeugung einstreut, wenn sie Dantes „De
monarchia“ und Machiavellis „Il principe“ lesen; also verdeckt.
Seine Schüler verlassen den Unterricht als
„Tyrannenhasser.“
Als
er in Turin ins Gymnasium ging (vor der Zeit im Lyceum) schaut er
heimlich den Mädchen nach. Sein scheuer Blick wirkt
unfreundlich. „Doch“,
so meint sein Biograf, „die
Beharrlichkeit dieses Blickes zeigt, daß es gerade eine
zärtliche Empfindung ist, die ihn so scheu macht und ihn zwingt,
sich noch mehr in sich selbst zu verschließen.“
Hier
entdecken wir schon ein Motiv aus einigen Erzählungen: Die
Unerreichbarkeit der Frauen.
Selbstverständlich
ist es grundsätzlich so, dass literarische Werke unabhängig
von der Person des Autors verstanden werden müssen. Auf diese
Weise kann auch das Werk Paveses gelesen werden. Trotzdem spiegelt
sich Pavese oft genug selbst in seinem Werk wieder.
So
verhält es sich in der Erzählung "Die Langa"
(1941), wenn hier der Dichter selbst über sein Heimatdorf
spricht:
>Mein
Dorf, das sind ein paar ärmliche Häuser und ein großer
Schlamm, aber es wird von der Provinzstraße durchquert, auf der
ich als Kind spielte.....“Habt ihr diese paar Dächer niemals
nennen hören? Nun, von dort komme ich...“<
Romane
Die Turiner Romane Der schöne Sommer (1940, erschienen 1949)
Die
zentrale Figur des Romans ist die sechzehnjährige Ginia, die sich aus
der Rolle des unschuldigen Kindseins herauszuentwickeln versucht –
jungfräulich, mit Scham behaftet, unerfahren. Ganz anders steht es um
die wenige Jahre ältere Amelia. Sie zieht sich schamlos aus, steht bei
diversen Malern Modell. Ginia wird von Amelia in das Leben der
Erwachsenen gezogen. Man geht ins Kino, in Cafés, schlendert zielos in
der Stadt umher:
"Die
Mädchen brauchten nur aus dem Haus zu treten und über die Straße zu
gehen, da gerieten sie geradezu in einen Rausch; alles war, besonders
nachts, so schön, daß sie, wenn sie todmüde heimkamen, noch immer
hofften, das irgendetwas passierte...."
und
man kommt zu Guido, einem Maler, bei dem Amalia als Modell steht. Ginia
verliebt sich in Guido, aber der Maler, der Akte zeichnet, und Frauen
mit dem Auge des Künstlers sieht, interessiert sich nur für die Physis
des jungen Mädchens. Die Träume auf Heirat, der Wunsch nach Intimität
in Zweisamkeit – eben nicht das Prostituieren der Nacktheit in
Öffentlichkeit, wie es im Atelier den Aktmodellen passiert - zerschlägt
sich auf psychisch brutale Art und Weise:
"Als
sie allein im Schnee war, schien ihr, sie sei noch immer nackt. Alle
Straßen waren leer, und sie wußte nicht, wohin sie gehen sollte."
Ausgehend vom schönen Sommer,
der der letzte schöne Sommer sein sollte, indem sie noch ein Kind war,
zieht sich der Roman bis in den Winter hinein. Der Winter, die bizarre
Kälte, und nun steht Ginia im Schnee, und weiß nicht wohin. In diesen
zwei kurzen Sätzen, ist alles enthalten, was das seelische Empfinden
des Mädchen ausmacht. Cesare Pavese ist ein Meister der prosaischen
Knappheit. Er sagt sehr vieles, mit sehr wenig Worten. Diesen Roman und
auch alle Werke dieses besonderen großen Dichters muss man wie ein
Gedicht lesen, langsam einatmen und in die Welt hinter den Buchstaben
eintauchen. Nur so lässt sich Paveses Werk erschließen.
Die
zerstörte Kindheit Ginias mag für die Auswirkung des faschistischen
Staates auf die bürgerliche Welt stehen. Frauenschicksale haben bei
Pavese meist einen tragischen Verlauf. So auch in diesem Roman: Die
eine hat Syphilis, die andere lässt ihrer Verrücktheit und Albernheit
freien lauf , dann noch Tina, die hinter den Mädchen her hinkt, weil
ein Bein lahm ist und schließlich Ginia...
NEU! Der Teufel auf den Hügeln (1948, erschienen 1949) Sie waren noch sehr jung, heißt
es über Pieretto, Oreste und den Ich-Erzähler, als sie des
Nachts sich auf den Straßen Turins die Zeit vertrieben.
Pieretto schlief sogar noch weniger. Oreste war derjenige, der am
frühesten nach Hause wollte. Er konnte nicht verstehen, was
seine Freunde in der Nacht noch anstellen wollten, wenn Kinos und
Kneipen geschlossen waren. Pieretto, der am wenigsten schlief, sah
manchmal in der Früh die ersten Züge ein – und ausfahren,
ging vor dem Bahnhof auf und ab, studierte verschlafene Gesichter von
Straßenfegern und Radfahrern. Zwei Bettler schliefen auf
Bänken, sie sahen aus, als seien sie erstochen.Oreste hörte
gerne zu, wenn seine Freunde erzählten und loslachten, weil sie
den Einfall hatten, Mädchen zu wecken, oder auf den Hügeln
zu fahren, um das Morgengrauen abzuwarten. Als Pieretto eröffnete,
dass sie Bekanntschaft mit einer Frau gemacht hätten, verschlug
es Oreste die Sprache: „Man geht immer wieder vor ihrem
Balkon auf und ab. Die ganze Nacht: sie weiß es, sie bemerkt
es. Man braucht sie gar nicht zu kennen, man fühlt es im Blut.
Es kommt der Augenblick, da hält sie es nicht mehr aus, sie
springt aus dem Bett und sperrt dir die Läden auf. Du lehnst die
Leiter an...“ Da es nachts immer hell sei, immer Tag,
müsse man jede Nacht etwas unternehmen, meint der Erzähler.
Warum schlafen, wenn man jung ist, viel erleben möchte. Über
die Alten hieße es, sie schlafen nie, meint Oreste und
Pieretto, schlagfertig und witzig, meint, zum schlafen brauche man
erst mal eine Frau. Da Oreste vom Dorf kommt, wird er immer am
schnellsten müde. Pierettos Weisheit: „Dir geht’s wie den
Hofhunden und Hühnern“. Dass ich auf den ersten Seiten des
Romans auf bestimmte Einzelheiten eingehe hat guten Grund, denn
hier werden schon Themen vorbereitet, die sich durch den ganzen Roman
ziehen. Über das ziellose Umherschweifen in der Stadt erzählt
Pavese auch in manchen seiner Erzählungen. Aus langer Weile, man
habe ja nichts zu tun, durchstreifen sie die Nacht, bis in die Hügel
hinauf. Als sie den etwas älteren Poli treffen, fahren sie ohne
ein Ziel vor Augen, auf den Straßen umher. „...es war offensichtlich, daß
wir einfach weiterfahren, bis es Tag würde. Ich schloß die
Augen, betrrunken.“ Das Streunen durch die Nacht kennen wir
schon aus Paveses Erzählung „Die Stadt“: „Ich lernte viele seiner Kameraden
kennen, und es verging fast keine Nacht, wo wir nicht bis zum Morgen
getrunken hätten.“ In einer anderen Erzählung
schreibt er über Schlaflosigkeit: „In manchen Nächten habe ich
keine Lust, schlafen zu gehen, denn das scheint mir verlorene Zeit.
Ich möchte immer wach sein, bereit zu atmen und zu sehen...“
(Lajolo, Seite 31) Das nächtliche Flanieren, die
einsam leergefegten Straßen, all das finden wir bei Pavese sehr
oft. Man lässt sich treiben, wohin das führt, weiß
niemand. In „Die Stadt“ heißt es:
„Der Sommer verging; ich tat
nichts als warten.“ So ergeht sich das auch in „Der
Teufel auf den Hügeln.“ Man langweilt in den Tag hinein. Die
Freunde treffen auf andere Menschen, sie führen Gespräche
und plötzlich ereignet sich etwas, was nicht berechenbar ist.
Sehr dramatisch was dort passiert, doch Pavese bewegt sich weiterhin
in knapper Wortwahl. Er füllt dramatische Begebenheiten mit
poetischer Spannung. Von dieser Spannung lebt der Text. Die Handlung
ist sehr rar. Paveses Kunst besteht eben darin, den scheinbar
lanweiligen Sommer vergehen zu lassen, ohne den Leser zu langweilen.
Allein schon das, soll ihm ein anderer Autor erst mal nachmachen.
Hauptakteuer des Romans sind innere Befindlichkeiten, emotionale
Dramati. Die Dramatik geht bis ins Morbide, als ob jemand über
einen gähnenden Abgrund steht. Und das eben gefällt mir
außerordentlich gut. Was Pavese hier an wunderbaren Sätzen
losslässt, genieße ich auch in der älteren
Übersetzung von Charlotte Birnbaum noch: „Am folgenden Tag waren wir zu
jenem Pavillion zurückgegangen, und hier mußte ich lächeln
über Pierettos Vorstellung, die Erde rieche nach Koitus und Tod.
Sogar das Summen der Insekten betäubte einen. Ebenso die wogende
Frische des Efeus, der klagende Schrei eines Rebhuhns..“ Das Morbide, welches wir zu Beginn des
Romans schon beobachten konnten, als wir über die Bettler
gelesen haben, sie lägen wie erstochen auf den Bänken.
Pavese schreibt in seinem Gesamtwerk sehr häufig über das
schwierige Verhältnis zu Frauen, auch das bekommen wir „...auf
den Hügeln“ zu spüren.
„Hatte ich ein Mädchen bei
mir, und die war zu haben. Sie wäre zu haben gewesen. Na ja –
ich konnte nicht. Ich, ich konnte nicht. Ich meinte irgend etwas oder
irgendwen zu verletzen.“ Ich denke, entweder mag man Cesare
Pavese oder man mag ihn nicht. Wenn man ihn einmal geschmeckt hat,
kommt man, denke ich, niemals mehr von ihm los.
* David Lajolo: Kadenz des Leidens,
Claasen Verlag, Hamburg, 1964
Die einsamen Frauen (1949)
.....
xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx xxxxx
Junger Mond (1950)
„Junger Mond“ ist Paveses letzter Roman. Darin beschwört der Autor die Sehnsucht nach Heimat. Der Roman ist die Suche nach Kindheit, die der in Amerika reich gewordene Anguilla aber nicht mehr findet, als er nach vielen Jahren wieder in seinem Dorf in den Hügeln des Piemont einen Besuch abstattet:
„Was würde ich dafür geben, könnte ich die Welt mit den Augen von Cinto noch eimal sehen..“
Cinto ist ein Junge, der wegen seinem verkrüppelten Bein, kaum die Chance hat, aus dieser Gegend jemals herauszukommen.
„Um Cinto davon zu überzeugen, daß auch ich einmal ausgesehen hatte wir er, war es nicht genug, wenn ich so mit ihm von Gaminella sprach. Für ihn war Gaminella die Welt, und alle, die dort lebten, sprachen davon zu ihm wie von der Welt.“
„Der Höhenzug des Gaminella, ein langes, gleichmäßig fortlaufendes Gelände von Rebgärten und Uferhängen, fällt so unmerklich ab, daß man, wenn man den Kopf gebt, seinen Gipfel nicht sieht...“
Pavese erzählt von Schicksalen der Menschen, die damals, als er noch Kind war, im Tal des Belbo, in den Hügeln des Salto und in Gaminella wohnten. Die Hügel des Salto, so nennt der Autor im Roman sein Heimatdorf Santo Stefano Belbo. Anguilla weiß aber nicht genau, wo er geboren war, er ist aber als Findelkind in dieser Gegend aufgewachsen.
„Ich wanderte unter dem Salto hin, wanderte unter dem Nido hin, sah die Mora liegen, die Linden reichten bis zum Dach, und dort war die Terassse der Mädchen, dort die Glastür, dort der niedere Teil mit den Bogen, wo wir anderen wohnten. Ich vernahm Stimmen , die ich nicht kannte, und zog weiter.“
So wird Vergangenheit mit der Gegenwart verwoben. In Erinnerungen durchstreift Anguilla die Landschaft seiner Kindheit. All die Menschen von damals sind verstorben, nur sein Freund Nuto, der nie aus dieser Gegend herausgekommen ist, und bei den Festen auf der Klarinette spielte, ist noch am Leben. Irgendwann reden sie von dem Jungen Cinto, und Nuto beklagt sich, weil Anguilla dem Buben die große weite Welt schmackhaft machen wollte; er sollte einfach nur wissen, was er verliert. Der kluge Nuto aber entgegnet:
„Aber was soll ihm Amerika! Amerika ist schon hier. Millionäre und daneben solche, die Hungers sterben, das gibt es auch hier.“
Das Tal des Belbo wurde auch nicht vom Krieg verschont. Viele Soldaten kehren nicht zurück. In den Bergen werden Leichen von Partisanen entdeckt, die schon einige Jahre dort herumliegen. Wenn man gezielt suchen würde, so würde man sicher noch viele finden. Aber die Zeit verstreicht, diejenigen Toten, die man nicht gerade zufällig findet, werden unbemerkt eins mit der Erde. Und Nuto, der in diesem Erdenwinkel die Not jeden einzelnen kannte, fragte nie danach, welchen Nutzen der Krieg vielleicht gehabt habe, sondern für ihn war der Krieg eine schicksalhafte Fügung. So fügt sich in diesen Hügeln, in diesen Dörfern, in denen der Duft der Weinreben lebt, jeder seinem Schicksal.
In diesem Roman setzt Cesare Pavese noch ein letztes Mal dem Ort seiner Heimat ein Denkmal. Die Hügel des Piemont sind die wirklichen Protagonisten des Romans. Die Menschen fügen sich dort bloß ein. Wie stark die Verbundenheit zu dieser Landschaft ist, drückt Pavese im Roman sehr schön aus:
„Ich überquerte aber auf der schmalen Brücke den Belbo, und wie ich so dahinschritt, überlegte ich mir, daß es nichts Schöneres gebe als einen Weinberg: gut gehackt, die Reben gut gebunden, die Blätter, wie sie sein sollen, und darüber ein Duft, wie Erde riecht, wenn die Augustsonne darauf brennt. Ein gut gehaltener Weinberg ist wie ein gesunder Körper, ein Leib, der lebt und seinen Atem hat und seinen Schweiß.“
Aus der Biografie von Davide Lajolo erfahren wir noch überraschendes. Nuto, der mit wirklichem Namen Pinolo Scaglione hieß, hat es wirklich gegeben. Er hatte wie im Roman an der Straße nach Canelli, nicht weit von Paveses Geburtshaus, mit seinem Bruder eine Schreinerei. Pavese war von Kindheit an mit ihm befreundet. In den Jahren 1948-1950 schrieb Pavese von Tutin aus zahlreiche Briefe an Nuto und besuchte desöfteren S. Stefano Belbo. So erhielt er für seinen Roman viele Informationen über die Menschen in den Hügeln. Nuto machte ihn auch mit seinen Verwandten bekannt.
„Junger Mond“ gilt als vollendetes Meisterwerk mit bleibenden Wert. Wie Pavese erzählt, ist für mich wahre Poesie, die mich maßlos einimmt. Durch die Kraft dieser Poesie kommen mir die Gestalten und die Landschaft des Piemont sehr nahe. In „Junger Mond“ wird immer wieder von den Weinbergen und Blütenduft erzählt. Niemals wird es langweilig, sondern alles fliegt in mein sehnsüchtiges Gemüt ähnlich wie Anguiella mit Sehnsucht nach seinen verlorenen Kindheit sucht. Was kann ich schon schöneres über diesen Roman noch sagen?
Erzählungen (Auswahl)
„Land der Verbannung“ (1936)
Cesare Pavese schrieb den kleinen Roman
"Am Strand".
Über diesen Roman werde ich später noch schreiben. In der
Erzählung "Land der
Verbannung"(1936)
spaziert der Erzähler am Strand:
"Der
Strand war trostlos, aber nicht abstoßend. Gern ging ich, so
entsetzlich langweilig war es im Dorf, am Morgen oder gegen Abend den
Strand entlang, auf den vom Wasser rund geschliffenen Steinen, weil
ich mich nicht im Sand abplagen wollte."
Der
Aufenthalt in diesem Dorf, abgeschieden von der Welt, da können
sich Besucher schon verbannt vorkommen. Der Erzähler ist
Ingenieur, eine Straße soll geteert werden, so fühlt er
sich für eine längere Zeit dorthin verbannt.
„Die
Wellen kamen am Ufer fast gerauschlos an, als wären sie von der
ungeheuren Wasserfläche zermalmt.“
Otino
ist wirklich hierhin verbannt worden, weil er einen Soldaten
verprügelte, der sich an seine Frau heranmachen wollte. An
diesem Ort ist man von Frauen verlassen, da wird in regelmäßigen
Abständen eine Hure aus der Stadt geholt. Das Dorf, so heißt
es wirkte unfreundlich, weil sich die „blühenden Frauen“
nicht auf der Straße blicken ließen. Cicco der Bettler
ist ein wenig verrückt, weil seine Frau mit einem anderen
verschwunden war, und Otino, wartet umsonst auf seine Frau, er wird
sie niemals wiedersehen, zwei Jahre lang hat er sinnlos gewartet. Und
der Ingenieur?
„Die
Qual, fast waren es Gewissensbisse, die mir die Erbitterung des
Verbannten bereitete, nahm mir das letzte Interesse, das ich für
das Leben dort aufbringen konnte. Ich sehnte mich nun danach, von
hier, wie von einer öden Insel, fortzukommen. Und doch – je
näher der erhoffte Tag des Anschieds heranrückte, um so
mehr überließ ich mich mit einem Vergnügen der
trostlosen Atmosphäre dieses Ortes.“
Cesare
Pavese wurde verbannt, weil er im engen Kontakt mit einer Gruppe von
Antifaschisten stand, alles Freunde vom Lyceum D' Azeglio. Als Pavese
nach einem Jahr aus der Verbannung zurückkam, war die Frau, die
für ihn am meisten bedeutet hat, mit jemanden anders
verheiratet. Pavese hat das nie verwinnden können. In Gedichten
taucht die Freundin als „die Frau mit der rauhen Stimme“ auf. Im
Konzept hatte unsere besprochene Geschichte den Titel
„Sterilità".
In
der Erzählung "Die
Selbstmörder"
begegnen wir diese Frau auch, wenn wir lesen
"Ich
habe innerhalb weniger Jahre Enttäuschungen und brennende
Gewissensqualen erlitten..."
„Kanaillen“ (1937)
In
„Kanaillen“
begegnen wir wieder einen Pfarrer, diesmal ist es ein Geistlicher,
der in die Verbannung geschickt werden soll. Das Gefängnis, in
dem diese Geschichte spielt, ist ein Übergangsgefängnis, wo
straffällige ersteinmal hinverfrachtet werden, bevor sie
richterlich verurteilt werden. (es wäre natürlich
interessant zu wissen, warum Geistliche unter Mussolini in Verbannung
geraten konnten). In „Kanallien“ finden wir über die Gründe
nur Andeutungen.
Die Verantwortung und der Druck von
Vorgesetzten gegenüber den Gefängniswärtern war groß.
Ein Insasse, Rocco, ist geflüchtet, und der zuständige
Gefängniswärter Angst vor Konsequenzen. Die Diktatur spürt
man im Nacken.
Mir gefällt es sehr, wie sich die
Geschichte aus Andeutungen entwickelt. Wie ein heißes Eisen
muss es Rocco unter den Fingernägeln brennen, wenn er es wagt,
auszubrechen, und nochmal die direkte Konfrontation zu einer
Dienstmagd sucht. Eigentlich ist das Verbrechen, eine Beziehungstat,
völlig sinnlos gewesen. Das persönlich Tragische eines
Menschen wird hier einer Diktatur gegenübergestellt, die sogar
Priester (zu Unrecht) verbannt.
„Freunde“ (1937)
Der
geschichtliche Hintergrund der Erzählung ist Mussolinis Einfall
in Abessinien (=Äthiopien) im Jahre 1935. Das Land wurde von
grausamen Massakern überrollt, es gab sogar Konzentrationslager.
Zwei Freunde, sie erinnern sich an früher, natürlich
auch an die Mädchen von früher. Der eine, der Rote, ist
erst aus Afrika heimgekehrt, aus dem Krieg. Celestino, der andere,
ist inzwischen verheiratet und hat sich sehr verändert. Der Rote
macht sich ein wenig lustig über ihn, weil er keinen Wein mehr
trinkt. Seine Frau mag keine nach alkoholstinkenden Männer.
„..sie würde
nichts sagen wegen Carmela, aber sie würde in helle Wut geraten,
wenn ich nach einem guten Trunk heimkäme.“
Es
fällt auf, der Rote erzählt von Afrikaerlebnissen, als ob
der Aufenthalt dort nur ein frivoles Abenteuer gewesen wäre.
Doch der Ernst blinkt auch durch diese Geschichte
„Aber
ich habe gemerkt: Krieg machen darf man nur zu vielen. Aber einen
umbringen – das ist zum Verrücktwerden.“
„Hast du
welche umgebracht?“ sagte Celestino und stand auf.
„Ich weiß
nicht. Niemand weiß das. Ich habe sie gesehen, wenn sie schon
tot waren. Das schon".
Ganz
schön harte Sätze. Die unpersönliche Konfrontation mit
dem Feind. Der Schütze am Abzug bekommt gar nicht das morden
mit. Er drückt nur ab, der Feind ist so weit, dass er ihn gar
nicht in die Augen blicken kann. Der Wahnsinn des Krieges. Umbringen
wollte der Rote niemanden. Er wäre doch nie so unbekümmert
geblieben, wenn es ein Kampf von Mann zu Mann gegeben hätte. So
macht er sich humorvoll ein wenig lustig, dass Celestino seine äußere
Freiheit aufgegeben hat, in dem sein Freund in den Stand der Ehe
eingetreten ist. Die Geschichte über die Freunde ist auch eine
Geschichte ihrer Entfremdung. Ihr Schicksal verläuft
diametral.
Ob er wenigstens Orangensaft trinken darf, fragt
der Rote.
„Das Idol“ (1937)
Eine
herrliche Geschichte über die Unerreichbarkeit einer Frau
schildert der Autor in „Das
Idol“. Leserinnen können
nun nachvollziehen, wie Männer leiden, wenn sie eine bestimmte
Frau nicht bekommen können. Inhaltlich etwas verwandt mit Dino
Buzzatis Roman „Amore“.
Mina, eine Freundin des Erzählers, arbeitet inzwischen in einem
Bordell....“Ihr Männer wollt immer die, die nicht da ist“,
heißt es auch noch. Die Thematik einer vergangenen Jugend
haucht durch die Geschichte, die Guido nicht mehr zurückholen
kann.
Die
Unerreichbarkeit zur Weiblichkeit geht bei Pavese so weit, dass der
Mann, die Leidenschaft einer Frau auf die Nerven geht, er die
Leidenschaft kategorisch ablehnt. Es geht um die Geschichte
„Die Selbstmörder“ (1938 )
"Es
sollte ein für allemal klar sein, daß wir uns nur aus
Langeweile liebten, aus schlechter Angewohnheit, aus irgendeinem
beliebigen Beweggrund..."
Wieso
denn? So beginnt die Erzählung:
"Es
gibt Tage, wo die Stadt, in der ich lebe, die Leute, der Verkehr, die
Bäume, wo alles am Morgen mit einem seltsamen Aussehen erwacht,
gewohnt und doch fremd, etwa wie in jenen Augenblicken, wenn man sich
in den Spiegel betrachtet und fragt: >Wer ist das wohl? Für
mich sind das die einzigen liebenswerten Tage im Jahr."
Er
erkennt sich nicht mehr im Spiegel, weil er sich nicht mehr mit dem,
was man Leben nennt, identifiziert. Für ihn ist das geradezu ein
Segen, weil er „innerhalb weniger Jahre Enttäuschungen und
brennende Gewissensqualen erlitten..“ hat. Das hinter den Qualen
eine Frau steckt, die wohl enttäuscht hat, zeigt dieses:
"Ich
bin für die Stürme und für den Kampf nicht geschaffen;
wenn ich auch an manchen Vormittagen hinuntergehe, zitternd vor
Verlangen, die Straßen dzu durcheilen, und mein Schritt einer
Herausforderung gleicht, so wiederhole ich: nichts fordere ich vom
Leben, als daß es sich betrachten läßt."
Außenstehend
das Leben betrachten, Einsamkeit und Langeweile, innere Leere, dem
Leben überdrüssig sein. Das vermitteln mir solche Worte.
Solche eine Existenz ist absurd. Wir Menschen legen dem Leben immer
einen Wert bei. Einen Genuss, Freude, von mir aus auch Trauer. Wir
nehmen Schönes war, wir finden irgendetwas furchtbar. Die
Existenz dieses Niemandes in der Erzählung, erfährt einfach
nur Nichts: Blanke Existenz der Dinge. Man stelle sich die Umwelt als
lebloses Atomgewirr vor, und die Frau in der Geschichte als 66%
Wasser und aus verbleibenden Rest andere biochemischen Verbindungen,
dann können wir vielleicht erahnen, wie der Protagonist die
Umwelt erlebt. Dieses Herauskatapultieren aus dem Leben kommt schon
einem Selbstmord gleich.
"Hochzeitsreise" (1936)
In
„Hochzeitsreise“ist der Mann mit einer Frau verheiratet. Der Mann aber, der die
Einsamkeit einer Ehe vorzieht, warum ist dieser mit der Frau
verheiratet? Auch hier erscheint die Verbindung zu der Frau völlig
sinnlos. Sie macht einen Aufstand, weil der Mann des Nachts nur mal
alleine spazieren gehen wollte.
Diese
Entfremdungen, dieses offenbar Sinnlose, die Frage nach dem Dasein,
genau, das ist es, was hängenbleibt.
„Die Familie“ (1941)
Die
längste Erzählung und es hat doch lange gedauert, bis sich
erschlossen hat, warum die Erzählung „Die Familie“ heißt
und bisher die Erste, in der der Ich-Erzähler über jemanden
anders erzählt, nämlich über Corradino, einem Mann,
und das ist typisch Pavese, der Kontakte zu einigen Frauen pflegt,
ohne sich je binden lassen zu wollen, weil er offenbar aus extremer
Schüchternheit jeder Verantwortung als Mann versagen
möchte.
"...wenn
eine Frau Widerstand leiste, sei für den Schüchternen viel
gewonnen."
Das
ist schon tragischkomisch.
"Ich
habe mir nie Kinder geleistet, ich habe mich nie an jemanden binden
mögen. Das ist meine Natur..."
und
begegnet er Cate, mit der er, ohne seines Wissens, ein Kind gezeugt
hatte. Wenn wir den Titel der Geschichte nun anschauen, so haben wir
jetzt wirklich eine Familie zusammen, aber, wie es sich heraustellt,
ziemlich brüchig. Eine Familie, die keine wirkliche Familie ist,
aber in Corradino schlummert doch ein wenig Sehnsucht an eine
Familie.
Und
jetzt kommt es, worauf es hinauszugehen scheint:
"diesmal
fand ihn die Krise als Mann, sie bot ihm statt Torheiten
Wirklichkeiten Leben von Menschen, das Problem, wie er sich verhalten
sollte; und das entriß ihn seiner Isoliertheit."
Wie
schon im Erzähler von „Die Selbstmörder“ sehen wir in
Corradino einen Mann, der eigentlich außerhalb des Lebens
steht.
Die
Geschichte beginnt ja in der Erinnerung an eine Bootsfahrt. Man fuhr
damals mit einem Mädchen im Boot hinaus. Es scheint so, als ob
damals, als Corradino Cate mitnahm, irgendetwas passiert ist, warum
er nun sehr verschüchtert dahinlebt (Das ist mein Eindruck).
Vielleicht der "Schock" einer ersten erotischen
Begegnung.
"Die Wiese der Toten" (1941)
Eine
sehr düstere Geschichte, ja, grausig. Was mag Pavese hier
getrieben haben?. Vielleicht ist der Schatten des Krieges auf seinen
Schreibbogen gefallen.
Der
Mond, die Nacht, der "Lärm des Orchesters", die Toten
auf der Wiese. Das sind hier die Vokabeln des Grauens.
Die
Wiese, die mit hölzernen Baracken weiter hinten abgeschlossen
war. Ich assoziiere einen Hinrichtungsplatz. Der Erzähler schaut
aus einem Fenster auf die Wiese, unter dem Fenster floss ein Kanal,
dessen Wasser durch schwarzes Gitter unter den Häusern
hervorquoll. Allein dieses Bild zeichnet schon Schrecken genug,
abgesehen davon, dass sich früher Selbstmörder in den Kanal
stürzten.
Ein
Hinrichtungsplatz der Faschisten?
Im
Mondesschein gehrt ein Paar auf die Wiese. Vor dem Verbrechen ein
Meinungsaustausch.
"Ich
möchte wetten, daß das Opfer, wenn es einen Schrei
ausstieß, erstickt, als wäre es ein Seufzer, und wenn es,
selten genug, danach auf dem Gras liegen blieb, röchelte und
noch um sich schlug, plötzlich zu der Einsicht kam, es habe
immer gewußt, daß es so enden werde."
Und
noch ein Zitat:
"Auch
der Mörder fehlte nicht, der nach vollbrachter Tat
unentschlossen stehenblieb, um den Himmel, den niederen Horizont zu
betrachten. Warscheinlichfragte er sich, wie der Platz wohl am hellen
Tag aussähe, und suchte ihn seines mondhaften Schreckens zu
entkleiden und ihn sich vorzustellen alsa irgendeinen beliebigen Ort
unter der Sonne, wie die ganze Stadt hinten von Hügeln umrahmt.
Das waren die Augenblicke , wo man über die Häuser hinweg
den Lärm des Orchersters oder aufprallende Bocciakugeln hörte.
Da riß der Mörder aus."
Es
reizt hier zu interpretieren: Italien ist im Krieg. Es wird sinnlos
gemordet. Die Faschisten herrschen mit Gewalt. Mal wird ein Mädchen
gemordet, dann kommen zwei Männer. Einer von denen wird vom
anderen umgebracht. Sinnlos diese Gewalt, die Pavese im Mondlicht
schreckhaft gezeichnet hat.
In den späten
Erzählungen geht Pavese sehr oft in seine Kindheit und
Jugendzeit zurück, in das Dorfleben, zu den Hügeln des
Piemont.
Die
Erzählung "Signor Pietro"
(1942) beginnt autobiografisch, es
sieht sogar so aus, als ob die erste Seite dieser Erzählung 100%
biografisch ist:
„Mein
Vater starb, als ich sechs Jahre alt war...
Meine Mutter hatte
versucht, mich so streng zu erziehen, wie es ein Mann tun würde,
aber sie hatte damit nur erreicht, daß es bei uns weder einen
Kuß noch ein Wort zuviel gab und ich nicht wußte, was
eine Familie ist.
Ich war lieber am Hauptbahnhof, dessen
geschäftiges Hin und Her mir gefiel, oder wanderte in
bestimmten, von dem unseren entfernten Vierteln umher, wo es
Fabriken, Lärm, aber auch manche Einsamkeit gab.“
In
"Altes Handwerk" (1941) finden wir in fantastischer Weise
seine Heimatverbundenheit wieder: Das LAND.
„...man
spürte, wie sich der ganze Karren und das Pferd bewegten und
sich unter einem dehnten; manche Stellen der Landstraße
erkannte ich an den plötzlichen Stößen. Je nachdem,
ob der Karren unter einer Berglehne hinfuhr oder zwischen Feldern, an
einem Bogengang vorbei, an einer Mauer oder über eine Brücke,
gab das Geräusch der Räder einen anderen Wiederhall: es war
ein Laut, der uns Gesellschaft leistete, mehr als das
Schellenhalsband, das die Pferde zum Klingeln brachte....“
Der
Erzähler (Pavese?) erzählt das rückblickend, und
wehmütig bekennt er, wenn er heute des Nachts keinen Schlaf
findet, höre er keine Pferdekarren mehr, sondern das Getöse
der Autos.
„Das Meer“(1942) u.a. Erzählungen
Die
Erzählung „Das
Meer“ handelt der
Sehnsucht, das Meer einmal zu sehen, und zwei Jungens reißen
aus. Sogar der Fluss Belbo findet sich in der Geschichte wieder, ein
kleiner Fluss etwa 10 Kilometer von Santa Stefano Belbo, Paveses
Geburtsort, entfernt. Und wie treffend, der Belbo führt direkt
ins Meer.
Oft
sind es zwei Jungen, deren Abenteuer erzählt wird. Einer der
Jungs ist ein schüchterner Typ, manchmal denke ich, es könnte
Pavese sein. So auch in „Die
Häuser“ (1943).
Im letzten Satz heißt es:
„Aber
jetzt gibt es Tage oder manche Sonntage, wo ich ihn beneide.“
Er
beneidet seinen Freund, der die Tabakverkäuferin geheiratet
hat.
„Die
Stadt“ (1942)
erzählt von zwei Freunden, die in der Stadt (Turin) studieren.
Im Sommer fährt man ins Dorf, besucht seine Verwandten, und geht
dann wieder in die Stadt zurück. Auch Pavese hat von der Stadt
aus immer wieder sein Heimatdorf besucht. Als sich in den etwas
schüchternen Jungen in der Geschichte ein Mädchen verliebt,
verscherzt er es aber mit ihr.
In
„Geheimnis“
(1943) schreibt er über die
hügelige Gegend seiner Heimat:
„Die
Straße führt zu den Wolken empor, die in der Sonne über
dem Dunst der Ebene auseinanderbrachen.“
Heute
kann man in Santo Stefano Belbo Urlaub machen. Es gibt Hotels,
Ferienhäuser....irgendwie sehnt es mich dorthin. Das hat Cesare
Pavese mit seiner wunderbaren zart anmutenden Prosa erreicht.
Ich lese in
folgenden Ausgaben:
"Die
Nacht von San Rocco",
Erzählungen Band I (1936-1938 )
"Die
Wiese der Toten",
Erzählungen Band II (1940-1946)
beides
Claassen Verlag, Hamburg, 1992
Cesare Pavese: "Junger Mond", Bibliothek Suhrkamp, 1963
Biografie: Davide Lajolo: Kadenz des Leidens, Leben und Werk des Cesare Pavese, Claassen Verlag, Hamburg, 1964